Arabische Musik: Maqam, Rhythmus und Stimme
Was arabische Musik ausmacht — von Vierteltönen, Maqam-Systemen und der zentralen Rolle der Stimme.
Arabische Musik erreicht ihre ausdrucksstarke Wirkung hauptsächlich durch die Liedtexte und typische Instrumente sowie durch ihre bemerkenswerten melodischen und rhythmischen Mittel. Der Großteil der arabischen Musik ist linear einstimmig, doch gibt es heute auch Stücke, die sich extensiv mehrstimmiger Harmonik bedienen.
Was arabische Musik prägt
- ein arabisches Tonsystem (Maqam) mit eigenen Intervallstrukturen, etwa Vierteltonschritten
- rhythmisch-zeitliche Strukturen, die formgebende Muster ergeben (īqāʿ)
- Heterophonie als vorherrschende Musizierform
- Instrumente, die das Tonsystem eindeutig prägen
- Musikformen, die an festliche Anlässe gebunden sind
- die große Bedeutung der Sängerin oder des Sängers, die den Kompositionen Spielraum für Interpretation und Improvisation geben
Instrumente
Grundsätzlich wird zwischen regional verbreiteten Instrumenten der Volksmusik und klassisch-arabischen Instrumenten unterschieden. Nach mittelalterlichen Klassifizierungen genießt die arabische Laute (Oud) eine bevorzugte Stellung, gefolgt von anderen Lauteninstrumenten und Blasinstrumenten. Am unteren Ende stehen Trommeln, die meist mit Volkstänzen verbunden werden.
Die Spießgeige Rabāb gehört zu den Volksmusikinstrumenten: kleiner Korpus, oft eine halbe Kokosnussschale, nur eine Saite. Die Langhalslaute Buzuq entwickelte sich im 20. Jahrhundert vom einfachen Begleitinstrument zum Melodieinstrument der klassischen arabischen Musik.